Grundlagen der Essentiellen Psychologie

Es geht in der essentiellen Psychologie darum zu erkennen, dass die Welt, wie wir sie zunächst vorfinden, nicht alles ist, dass wir nicht enden, sobald die Form endet, in der wir als Menschen an diesem Ort in dieser Zeit existieren. Diese Welt, unsere Person, Zeit und Raum, alles, was wir als unsere Welt erleben, sind Spielformen der Liebe, die wir alle sind. Nichts Wirkliches endet jemals. Die Form, in der es vorkommt, kann enden/sich wandeln. Sich dessen bewusst werden zu dürfen, ist die Sehnsucht (bewusst oder unbewusst) jedes Menschen. Solange wir glauben, dass die Welt der Formen die letzte Realität ist, sind wir wie Gefangene in einem Traum, ohne zu wissen, dass wir träumen.

"Wir sehn die Welt, weil es sie gibt. Es gibt die Welt, weil Gott sie sieht." Augustinus

 

Es geht darum in dieser Welt zu leben, anstatt an dieser Welt zu hängen.

Hier setzt die essentielle Psychologie an und nutzt die Stellen im Traum, an denen die Identifizierung mit diesem illusionären Traum von absolutem Materialismus, absoluter Endlichkeit nicht funktioniert.
Das sind die Stellen im menschlichen Leben, an denen die sogenannten Probleme auftauchen, an denen die irrige Anhaftung an den Traum dieser Welt zu Leiden wird und einen Ausweg sucht.

Die essentielle Psychologie nutzt die Illusion dessen, was wir über uns und die Welt glauben, um die Illusion zu verlassen. Sie nimmt die Verirrungen des Verstandes und die Verirrungen des Schicksals als Weg zurück zum Ursprung. In methodischer Weiterentwicklung vieler anderer spiritueller Pfade ist sie eine Zuwendung an die Geschichten des Menschen, um in der Liebe dieser Zuwendung das Bewusstsein zu finden, das über den Menschen hinausgeht und das ihn durchdringt.

Man könnte auch sagen, der Schmerz über die erfahrene persönliche Wahrheit führt zur transzendierten wesentlichen Wahrheit. Z.B.: Fühlt jemand seinen Schmerz über das Alleinesein, kehrt er zu dem zurück was er wirklich ist – All-ein(s).

Die essentielle Psychologie geht also davon aus, dass Göttlichkeit nur durch das Erleben der ganzen Menschlichkeit erfahren werden kann. Wir suchen keinen Ausweg aus dieser Welt, keine Abgeschiedenheit von dieser Welt, sondern wir finden im vollständigen Erleben der Welt das, worin sie aufgehoben/ transzendiert ist. Auch hier gilt wieder – Wahrheit ist immer paradox. Die Bereitschaft, seine Ängste zu erleben, wird zum Schlüssel des Erkennens.

In Weiterentwicklung bisheriger psychologischer Richtungen stoppt der Prozeß nicht mit der Entladung der Gefühle, um dann, angeklammert an diese endliche Existenz, besser zurechtzukommen, sondern wendet sich dann dem Erleben bzw. Erkennen der eigentlichen Identität als aufgehoben im unendlichen göttlichen Seinsgrund zu.

Wesentliches Leben erkennt das menschliche Leben als Ausdruck der einen Liebe an, ohne dass der Mensch mit seinen Sinneswahrnehmungen oder seinem Denken diese Liebe identifizieren könnte. Es ist eher das Ruhen in diesem Wissen darum, dem Feld der Liebe für die menschlichen und spirituellen Erfahrungen.

Wenn selbst das Verhaftet-Sein/Leiden und Gott erfahren kein Gegensatz mehr ist, sondern auch im Allzumenschlichen, im Widerstand, in Angst und Schmerz Liebe erkennbar wird, sind einseitige Weltverhaftung oder abgehobener Idealismus endgültig transzendiert.

Dem Kern nähert man sich schnell, wenn man die Grundwahrheit ernst nimmt: Es gibt nur eine Kraft, aus der alles ist, was ist, und wird durch uns, die Kinder dieser Kraft, erfahren. Das Erkennen Gottes in allen Dingen ist die Zerstörung der Illusion und der Weg, Einheit zu erleben (was immer der Verstand auch dazu sagt). Was die Illusionen zerstört, an die wir noch gebunden sind, ist deren vollständiges Erleben - unser freiwilliges Sterbeopfer an Gott. Somit ist unser Leben schon das, was wir suchen. Es ist jederzeit und in allem das Wunder der ewigen Neuschöpfung aus der einen Kraft.

Dabei geht es uns nicht um ein einmaliges Erleben, welches recht einfach zu bewerkstelligen ist, sondern um die Vermittlung und Erprobung der Voraussetzungen, die nötig sind, um sich diesem Erleben dauerhaft zu öffnen.

Die Kurse bieten fundiertes Wissen um die Wege, wie Menschen diesen Zugang abwehren, und eröffnen einen einzigartigen, gangbaren und alltagsnahen Weg, der immer wieder und immer dauerhafter eine Entfaltung des inneren Potentials ermöglicht.

Einerseits ist das ein unter Umständen langer und schmerzhafter Weg, denn er macht die engen Grenzen bewußt, mit denen Menschen sich an Unterdrückung und Leid binden, andererseits zeigt sich schon von Anfang an die Intelligenz und Liebe des Weges. Es geschieht immer nur soviel, wie jemand gerade verarbeiten kann, denn es wird nichts unnötig forciert, sondern nur Bewußtsein für den bereits vorhandenen Schmerz geschaffen, um diesen in liebevoller Aufmerksamkeit gehen lassen zu können und einen Wandel herbeizuführen. Zusätzlich ist an jedem Punkt des Weges tiefes Ankommen möglich. Diese immer länger dauernden Perioden inneren Halts geben Kraft für die weiteren Schritte.

Dabei helfen uns die Weisheitslehren der Religionen, die, zeitgemäß und wahrhaftig verstanden, Orientierung bieten und auf den Weg zu einem von der Liebe bestimmten Leben führen. Missverständnisse dieser Lehren, die das Leben eng und kraftlos machen, werden aufgeklärt (zum Beispiel tradierte Ansichten über Karma und Schuld), damit verantwortliches und wahrhaftiges Leben möglich wird.

Die Essentielle Psychologie versteht sich als seriöse und fundierte Lehre, die die Grundlagen vermittelt, die für alle ernsthaften Auseinandersetzungen mit Selbstwerdung nötig sind.

Dabei fließt alles Wissen und Können der Gründer dieses Instituts ein, das sie in langjähriger Ausbildung und Praxis der Selbsterfahrung gesammelt haben. Ständig entwickelt sich diese Arbeit aber auch weiter durch Inspirationen und Neuschöpfungen im Prozeß der Arbeit, indem auch die Teilnehmer der Gruppen mit zunehmend liebevollerem Selbstgewahrsein schöpferisch beitragend werden. So bleibt die Arbeit lebendig und erweitert sich ständig.